I. Denkmahle der Verwett.
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wundersamen Tempclhöhlcn voll ausgehauencr Göt-tcrgeschichten, jene zahlreichen Pagoden, in denensich auch Statuen des Gottes oder der Götter fin-den, denen sie als Wohnungen gewcihet sind. Ihrsind die Gemahldc, die man an Processionen vonGöttern und ihren Thaten umher tragt. Ihr end-lich sind jene unzähligen Ruhcgebäudc und Saulen-gangc, mit denen die Indier ihre heiligen Teichegezieret und umfaßt haben, so daß in mehr als Ei-nem Betracht mancher unruhige Europäer dies schö-ne Land als den Sitz uralter Ruhe, Güte undSanstmuth anstaunte. Nun sind viele ihrer Götter-geschichtcn so zart gedacht, ihre Mythologie ist soganz eine Metaphysik des Blumen - und Pflanzen-lebcns, daß man aus ihr die schönsten Abbildungender Kunst hoffen müßte *). Brama, das Indi-sche Symbol der Schöpfung, erscheint auf einemLotos-Blatt, schwimmend über dem ruhigen Meer;sein Weib Sarasswadi, die Göttin der Wis-senschaft und der Harmonie, halt ein Buch in derHand, oder spielet die Zither. Wistnu, die er-haltende Kraft der Welt, zeigt sich in seinen einund zwanzig Verkörperungen zwar mehrmals infürchterlichen, einigemahl aber auch in sehr an-namlichen Gestatten. Als die schöne Mojene bezau-berte er den Gott der Zerstörung selbst. Als Rama
*) S. die Mythologie der Indier bey Baldeus,Sonnerat, W. Jones on rbe 6oäs c>l Oree-ae, Irsl)- nnä InäiL in den Lriarin R^searobesVol. I , Försters Anmerkungen zurSakontaladem übersetzten Bagawadam u. f.