I. Denkmahle der Vorwelt. 5
langsamer wir dabcy mit Hypothesen für's Ganzezu Werke gehn: desto fester wird das Gebäude ge-rathcn.
Es werden also auch mir, einem Mitwandererauf unsrer trümmervollen Erde, einige Anmerkungenerlaubt seyn, die entweder die Gedanken anderer lei-ten , oder von ihnen verbessert werden mögen.
i. Zuvörderst, dünkt mich, müsse man dieEbräischen Sagen über die Urwelt dergesammten Auslegung aller alten undältesten Völkerdenkmahle nicht zumGrunde legen-, sondern sie blos für das, wassie sind, für Nachrichten eines Hirtenvolks der Ge-genden annehmen, in welchen es lebte. So wenigdem Geologen die sechs Tage der Schöpfung einenAufschluß zum Bau der Erde geben werden: so we-nig können wohl die an sich schätzbaren Familien-Nachrichten dieses Volks etwas Genugthuendes für-alle Erdvölker gewahren. Die Genealogie der SckneNoahs scheint nichts als eine Landcharte der Gegen-den zu seyn, die der Sammler dieser Nachrichtenkannte, in einer Projektion entworfen, wie er sieansah, und mit dem Stammvater seines Volks nachCharakteren, die er uns nicht angibt, in Verbin-dung brachte. So sind auch späterhin die rings umPalästina wohnenden Völker mit Ebraern blos nachGeschlechtsverhallniffen in Verbindung gebracht undmit Ehre oder Schande bezeichnet. Dem Forscherallgemeiner Denkmahle der Vorwelt ist diese Privat-Beziehunq eher hinderlich, als nützlich; sie kann ihnweit verführen, und am Ende gewann er aus ihrdoch wenig mehr, als Ebraische Namen. Nun ist