VI
Vorrede
diesen Hallen wandelt Herder, der Seher,eröffnend den verborgenen Sinn vor einer Men-ge, die, gleich dem Kämmerer der KöniginKandare, verwundernd liest und mehrmals liestund nicht faßt, von wem die Schrift spricht:Man glaubt, von Staaten, die nicht mehr sind,für eiteler Mühe gleich eiteln Ruhm: und vonunS zeugen die Tafeln, von dem Menschen, wieer war, ist, und wird. Hier ist weniger Er-zählung als Deutung; darstellende Auslegungisis: der Prophet faßt, fchaut und zeigt. WerAugen hat zu sehen, wer Ohren hat zu hören,der komme, zu finden Weisheit, Kraft undmannigfaltigen Trost.
Ueber dem ersten Thcil Dunkel und Stille.AuS Trümmern, Gräbern, redet in unarticulir-ten Tönen, (wie man sich die aus dem Gei-sterreich denkt,) eine unbekannte Vorwclt zu unsherab. Es gehen, in vielen Verwandelungen,die Gottheiten JndostanS, es gehen, mit hun-dert Nationen umgeben, die Pishdadischen Alt-väter, Jran's Monarchen, mit gcheimnißvollenGestalten vorüber. Wie bey ungewissem Scheinhalb erleuchteter Mitternacht, vom Schauer des