Print 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
Place and Date of Creation
Page
41
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
 

I. Dramatische Stucke.

4 -

Entfesseln wollt' uns die Natur, befceyNVon engen Schranken unsers armen Selbst,

Als sie das Wort aussprach.-In andern, niclstIn dir, o Mensch, sey deines Dascyns ReizUnd Seligkeit und deines Wirkens Ziel. "

Vom Element, vom kleinesten AtomErhebt sich dies Gesetz der Einigung,

Des Füreinanderseyns und Wirkens, bisZur reinsten Flamme, die auf Erden glüht.

Der ehlich-mütterlichen Zärtlichkeit.

Oft fragt ihr:Welch Geschlecht am stacksten

liebe?"

Gewiß nur das, was sich des andern GlückGroßmükhig, freudig, willig, zart ergiebt,

Das keine Qualen achtet, seine PflichtenAls Lust ausübet; im Geliebten lebt,

Von sich entfesselt; wer wahrhaftig liebt.

Glaubt ihr', die Götter mischten ungerechtDes Schicksals Loose? War's in ihrer Macht?

Da unser Herz die Urn' ist, die sie mischt,

Und schüttelt, und jetzt dieß, jetzt jenes zieht, >An Freud' und Schmerz, wozu es selbst sie macht.

Niemand ist glücklich, als der Liebende,

Noch glücklicher, wer sich in Liebe müht,

Am glücklichsten, wer seiner Mühe LohnIm Andern froh und unerkannt genießt:

So (glaubt es und nicht anders) mischten drobenDie Götter unsre Loose. Aeußres GlückEntscheidet nie; für die Empfindung ordnen,

Für Herzen mischen, schmelzen, wechseln sie,