Drittes Wäldchen. 20S
und Aufschrift entwenden kann — der ein Rüstzeugfür den Geschmack und di- Künste seiner Zeit, derein Praxiteles feines Jahrhunderts an die Nachwelt?Ohne daß sein Jahrhundert vielleicht ihn verstellt,beurthcilt, schätzet, soll er ihren Geschmack undKunst predigen!
Eben so unbegreiflich ist die Gegenseite derSchlußfolge auf den bösen Geschmack neuerer Zei-ten und Völker aus Münzen. Ein Land, daseinem Scaatsfystemc, einem Eercmoniel, einem Her-kommen alter Jahrhunderte von bösem Geschmackunterworfen ist: eine Zeit, deren Religion höhere
und geistigere Zwecke hat, als in Allegorien aufMünzen zu paradircn: ein Volk, dessen Sprache
fast vortrefflich, wissenschaftlich und genau siyn kann,nur daß sie, gerade aus gesagt, keine Münzenspra-che ist: eine Nation, deren Merkwürdigkeiten ebenso verwickelt von der politischen Wissenschaft sind,daß ein einzelnes Münzcnsymbol sie nicht verstellenkann: ein Volk, das aus der verblümten Bildcrzcithinaus, Wahrheit suchet und Wahrheit findet: einVolk endlich, in dem die Münzen und der Geschmackauf demselben durchaus für keine Produktion desPublikums gelten kann — ein solches Volk soll sichseine Geschichte des Geschmacks und der Kunst ausMünzen weissagen, sich ein Buch durch mit einemandern, dessen Numismatik himmelweit von der sin-nigen abliegt, hämisch vergleichen lassen? wer istBürger dieses Volks, und sagt nicht: uuäs inisiilaxickss?