Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 5 (1821) Kritische Wälder ; 2/3
Entstehung
Seite
197
Einzelbild herunterladen
 

Drittes Wäldchen.

197

unstalteten, Ungeheuer, die Klotzens Auge beleidi-gen , das sich ein die griechische Schönheit gewöhnthat," nicht vcrtheidigcn; aber so billig sollte mandoch auch scyn, zu fragen: ist dieses Ungeheuer die

Haupt - oder nur eine Ncbcnvorstcllung? Wenn z.E. ein Herkules, als Drachcntödter, zum Sinnbildeder Tapferkeit da stünde, und der Drache selbst einhäßliches Ungeheuer wäre: nicht der Drache, der

Drachcntödter ist das Bild, und jener nur eineunterliegende Vorstellung. Daß die Alten eben sogedacht haben, bezeugen eine Menge Gemmen undGemählde, die ja doch eigentlichere Kunstwerke, alsMünzen, sind

Nebenfiguren also, aber, wenn sie auch selbstHauptfiguren wären, noch sind sic aufMünzcn nichtsals Revers; man kehre um, so hat man dieDeutung. Das eckle Auge des Verfassers, das sichan griechische Schönheit gewöhnt hat, wird am mei-sten von holländischen Münzen beleidigt.Die Zwie-tracht, die Tyrannei, die Grausamkeit sind alsUngeheuer mit der größten Häßlichkeit vorgestellt,"und sogleich hat Klotz den bekanntesten Tadel ihrerMahler und ein Sprüchlein aus Hagedorn fertig,das hier so hingchört, als Faust aufs Auge. Auchich sehe lieber das Schöne, als das Häßliche, lieberdas Liebliche, als Car.ikaturen; wie aber? wenn dieEnthauptung Karls des Ersten durch kein lachendesGesicht, und durch keine Amors angedcutct werdenkonnte, und das wükhcnde, vielköpskgte Volk alsoals ein vielköpfigtes Schlangenungcheuer erscheintund neben an das traurige Haupt des Königes aufdem Boden wird da nicht die Vorstellung von