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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 4 (1821) Kritische Wälder ; 1
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Kritische Wälder.

Ich habe die Empfindung am Häßlichen der For-men Abscheu genannt: Lessing glaubt *), sie Ek-kel nennen zu können, und geht darin von Men-delsohn ab, der Eckel nur in den niedrigen Sinnen,Geschmack, Geruch und Gefühl, nicht aber in Ge-genständen des Gesichts, und kaum des Gehörs fin-den will **). Der Sprachgebrauch, der in Sachen,wo es auf nichts als Gefühl ankommt, immer ge-hört werden kann, scheint auf der Seite des letztemPhilosophen; nur, wenn ich nicht irre, mit folgen-den Unterscheidungen.

Im eigentlichen Verstände scheint Eckel dem Sin-ne des Geschmacks zuzukommen; nicht aber blos über-mäßige Süßigkeit ***), sondern jede widrige Berüh-rung unserer Geschmacksnerven verursachet Eckel.Daher die große, Verschiedenheit des Geschmacks aufverschiedenen Zungen, nachdem ihre Fibern so undnicht anders gestimmt sind, so und nicht anders an-genehm oder widrig werden können. Hier ist alsoEckel eine Haupteigenschaft des Uebelgeschmacks, dernicht von der zu langen Dauer einförmiger Berüh-rungen unserer Geschmackssibern, wie Mendelsohnmcynet, sondern, wie ich glaube, von jeder unsererNatur widrigen Berührung derselben hecrühret. Ge-wisse Geschmacksarten sind eckelhaft nach der allge-meinen Empfindung; andere nach dem EigensinnEiner Natur, das ist , nach der besondern Spannung

*) Laok. p. sh.7.

") Literat. B. LH. b. S. 107.

Lirerat. Br. LH. 5. S. 107.