Erstes Wäldchen.
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und wem. kostet cs Anstrengung, sich eine Stirn, inden besten Schranken, den schönsten Schnitt einerNase, die schmale Breite einer niedlichen Hand zudenken, jedesmal, da sic der Dichter nennet. Ichempfinde hiebei nicht so, wie Lcssing, mit Vcrdrnssedie Vergeblichkeit meiner besten Anstrengung, so et-was einzeln sehen zu wollen; nachher aber jedeszusammen zu setzen, mir Alles in Einem, und Einsin Allem zu denken, die Alcina mir mit jedem dieserTheile im Ganzen, deutlich, wie ein Zcichenmeister,zu denken — o die Anstrengung fordert ja nicht derDichter von mir!, er führte mich theilweise, zeigtemir in jedem Theile die Schönheit: da cnergisirte seineMuse, und warum nicht? da sic kein akademischesModel von Schönheit, das man auf einmal inallen seinen Theilen sehen sollte, zu liefern unter-nahm.
Und soll die Dichtkunst keine schöne Gestalt schil-dern, weil ihre Theile coexistent sind; so sollte Ho-mer auch keine häßliche Gestalt, keinen Thersites ge-schildert haben, weil ihre Mißtheile eben so cocxi-stcnt sind, und auch coexistent gedacht werden müs-sen, wenn ein Bild der Häßlichkeit werden soll. Les-sing hat Homer'n durch sein Gewebe von kritischenRegeln selbst verwickelt, und nun will er mit ihmhinaus, wo er kaum durchkommt. „Eben weil die„Häßlichkeit in der Schilderung des Dichters zu„einer minder widerwärtigen Erscheinung korperli-„cher Unvollkommenheiten wird, und gleichsam, von„der Seite ihrer Wirkung, Häßlichkeit zu fern auf-„höret, wird sie dem Dichter brauchbar." *) Mich
*) Laok. p, acia.