Erstes Wäldchen.
2tta
sey, als der, die weißlllbogichte Juno, (man erlau-be mir oaS ungeheure Wort:) ob dieser eine Zugder sey, durch den sie an der Handlung Thei! nehme,der durch ihren Körper Handlung bezeichne, u. s. f.So seine schönknieichte Briseis, und seine blauau-gichtc Pallas, und sein brettschulterichtec Ajax, undsein geschwindfußigcr Achilles, und seine schönhaa-rige Helena — wo ist hier Wirkung, Bewegung,Reiz, Handlung? — Immer ein schöner Zuruf andie Dichter *): ,,Mahlet uns daS Wohlgefallen, die„Zuneigung, die Liebe, das Entzücken, welches die„Schönheit verursachet" — (wenn dies nämlich dieEneraie eures Gedichts will!) so habt ihr dieSchönheit selbst geschildert, (nämlich, so fern ihrsie nach der vorigen Parenthese schildern müsset.)Nicht aber umgekehrt: ihr Dichter schildert keine
körperliche Schönheit; könnet ihr sie nicht durchgän-gig in Reiz, in Wirkung schildern; der Form nachmüsse euch kein Zug entwischen: der Gestalt nach
schildert sie nicht. — So umgekehrt habe ich ausden Satz wenig Zutrauen.
Wer kann leugnen, daß in mancher Eedichtartder erotischen Poesie körperliche Schönheit geschildertwerden müsse, und wer muß nicht alsdann auchzugeben, daß manche Thcile di> scr körperlichen Schön-heit in Reiz, m Bewegung, nicht geschildert werdenkönnen? Einmal vorausgesetzt, daß Ariost einGemaklde seiner Alcina liefern sollte und wollte: wiekonnte er wohl ihre Nase, Hals, Zahne, Arme in
°) Lack. p. 2,h.