Er ste s Wäldchen. 19t
dere will nicht sprechen ; cius ihm singet die Freude;der Ausdruck einer lieblichen Empfindung ist seinGanzes. Der Dritte spricht selbst, damit man ihnHere: das Ganze seiner Ode ist ein Gebäude mit
Symmetrie und boher Kunst. — Kann jeder seinenZweck auf seine Art erreichen: mir sein Ganzes
vollkommen darstellen; mich in dieser An-schauung tauschen — was will ich mehr?
Es ist eine langst angenommene, und an sichunschuldige Hypothese, das Ganze jeder Gedichtart,als eine Act von Gemählde, von Gebäude, vonKunstwerk zu betrachten, wo alle Theile zu ihremHauptzwecke, dem Ganzen, Mitwirken sollen. Beialle» ist der Hauptzweck poetische Täuschung; beiallen aber auf verschiedne Art. Die bohe wunder-bare Illusion, zu der mich die Epopee bezaubert,ist nicht die kleine süfe Empfindung, mit der michdas Anakrcontische Lied beseelen will; noch der tra-gische Affekt, in den mich ein Trauersviel versetzet —indessen arbeitet jedes auf seine Täuschung nachseiner Art, mit seinen Mitteln, etwas im voll-kommensten Grade nnschauend vvrzustcllen; cs seynun dies Etwas epische Handlung, oder tragischeHandlung, oder eine einzige Anakreontische Empfin-dung , oder ein vollendetes Ganzes pindarischer Bil-der, oder — alles muß indessen innerhalb seinerEränzen, aus seinen Mitteln und seinem Zweckebeurtheilt werden.
Keine pindarische Ode also als eine Epopee, derdas Fortschreitende fehle: kein Lied als ein Bild,
dem der Umriß mangele: kein Lehrgedicht als eine