Erstes Wäldchen. r8-
ist ein uraltes, königliches, göttliches Zepter! DerBegriff soll wirken; um alle andre Kunstgriffeund Allegorien bleibe ich unbekümmert.
Der Wagen der Juno wird beschrieben *): war-um ? natürlich, weil ich ohne den Dichter diesenWagen nicht gesehen, weil ich ihn erst kennen ler-nen muß, um einen bimmlischen Wagen zu kennen.Warum wird er zusammengesetzt ? Natürlich, weilwir einen himmlischen Wagen nie so gut kennen ler-nen , als wenn er erst in seinen Tbeilen da liegt,und zusammengesetzt wird. Um also die Vortrcff-lichkeit dieses Götterwagcns, um den inncrn Werthaller seiner Theile, um seinen künstlichen Bau zuschildern, wird er zusammengesetzt: nicht aber, um
diese Theile successlv zu sammeln, da man sie coexi-stent nicht sehen kann. Das Zusammensetzcn ist hierkein Kunstgriff, kein igniä pro c^uo, um uns so dasGanze zu geben: den ganzen Anblick zu sammeln,
ist kein Zweck des Dichters ; im Zusa m mens e-tzen selbst liegt die Energie der Rede; nichtsmehr. Bei jedem Theile sollen wir ausrufcn:prächtig! göttlich! königlich! — ist dies: ist dieser
Begriff sinnlich vollkommen in der Seele; das Ganzemit seinen Theilen war nicht mein Bild: das magein Kutscher lernen. — Der Wagen ist zusammen:die Energie also vollendet:" ich rufe nochmals aus:prächtig! göttlich! königlich! und lasse Juno undMinerva kutschiren.
*) Diaä. L, v. 722