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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 4 (1821) Kritische Wälder ; 1
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Kritische Wälder.

dünken vielen artigen Ehemännern so poetisch, alseine Anrufung an die Muse.

Es war eine Zeit (sie ist -noch jetzt unter denWilden!) da cs Freunde gab, in einem Verstände,der sonst kaum Statt findet: zwei unzertrennlicheGefährten in Glück und Unglück, durch die heilig-sten Gesetze verbunden, wetteifernd in den strengstenPflichten, und in Erfüllung derselben Muster ihrerVaterstadt, und die Verehrung des Landes. Zu die-sem Gefühl erzogen, besiegelten sie dasselbe also oftmit ihrem Tode und Blute: sie verließen ihren

Freund nie, auch in Lebensgefahren, denen die da-malige Tapferkeit mehr als unsre Ueppigkeit ausge-setzt war; die kleinste Untreue gegen ihren Freundmachte sie zum Spott ihres Geschlechts, und zumAbscheu der Stadt; sie waren nach allen Gesetzenverbunden, seinen Tod zu rächen, und die letzteStimme des Einen, vielleicht gefangenen, vielleichtgetodteten Freundes war — an seinen Freund, anden Begleiter seines Lebens. Da also gab es einenHerkules und Jolaus, einen Aencas undAchates, einen Orestes und Pylades, einenTheseus und Pirithous, einen David undJonathan: mithin eine Quelle des Gefühls der

Freundschaft für den Helden, die jetzt für denbloßen Bürger und Gesellschafter beinahe versiegenist. Da also, da flössen, wenn der Tod, wenn einUnglück die trennte, die das Leben nicht trennenkonnte, so edle Heldenthranen, wie der Held Achillesum seinen Patroklus, wie ein Pylades um seinenOrestes, wie der Held David um seinen Jonathanweinten.