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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 4 (1821) Kritische Wälder ; 1
Entstehung
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Erstes Wäldchen.

S

sing wiederum alles aus dem Grunde der Seele holt,soll ich ihn für einen spekulativen Witzling, -und wenner einigemal mit seinen muntern Schlüssen zu weitkäme, für einen überspannten Kopf halten? Warumkönnen wir denn nicht zween so originale Denker,Winkelmann und Lessing nehmen, wie jeder ist?Auch in der Schreibart sogar haben beide eine grie-chische Grazie zur Freundin; nur daß sic bei beidennicht Eine Grazie ist.

Winkelmanns Styl ist wie ein Kunstwerk derAlten. Gebildet in allen Theilen, tritt jeder Ge-danke hervor, und stehet da, edel, einfältig, erha-ben, vollendet.' er ist. Geworden sey er, wo oderwie er wolle, mit Mühe oder von selbst, in einemGriechen oder in Winkelmann; genug, daß er durchdiesen auf einmal, wie eine Minerva aus JupitersHaupt, dastchet und ist. Wie also an dem Ufer ei-nes Gedankcnmeeres, wo auf der Höhe desselben derBlick sicss in den Wolken verliert: so stehe ich an

seinen Schriften, und überschaue. Ein Feld vollKriegsmänner, die weit und breit zusammen gewor-ben, die Aussicht erst lange ins Große führen;wenn aber endlich aus dieser Werte das Auge er-habner zurück kommt: so wird cs sich an jeden ein-zelnen Kriegmann heften, und fragen, woher? undbetrachten, wer er sey? und alsdann von vielen denLebenslauf eines Helden erfahren können.

Lessings Schreibart ist der Styl eines Poeten,d. i. eines Schriftstellers, nicht der gemacht hat,sondern, der oa machet, nicht der gedacht haben will,sondern uns vordenket, wir sehen sein Werk wer-dend, wie das Schild Achilles bei Homer. Er