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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Geliebte! Du hast eine Mutter einen Vater, denen deine Zärt-lichkeit gehört. Deine kindliche Pflicht gegen sie wird dich beglücken."

Jetzt kann ich sprechen, und du sollst sehen, wie ich deinenNamen rechtfertigen null."

Sie riß sich aus den Armen des Geliebten, der sie seinerBande ungeachtet fest umschlungen hielt. Es wurde ihm schwerer,ihre zarte Gestalt ans seinen Armen zu lassen, als vom Leben zuscheiden. Jetzt schien der Kampf in Jaeopo's Seele vorüber. Ge-duldig legte er sein Haupt auf den Block, vor welchem er knieete,und seine gefalteten Hände ließen vermuthcn, daß er für sie betete,die ihn eben verlassen hatte. Gelsomina aber, mit beiden Händenihr Haar von der blendend reinen Stirn nach den Seiten streichend,trat zu den Fischern, welche sie an den rothcn Mützen und nacktenBeinen erkannte. Sie lächelte, wie man sich denken kann, daßSelige lächeln in ihrer Liebe.

Venetianer," sagte sie,ich kann euch nicht tadeln. Ihrseid hier, um Zeugen zu sein vom Tode eines Mannes, der nacheurer Meinung nicht zu leben verdient."

Dessen, der den alten Antonio gemordet hat," murmelte esdurch den Haufen.

Ja, des Mörders dieses alten, herrlichen Mannes. Aber wennihr die Wahrheit hört, wenn ihr erfahrt, daß ihr Den für einenMörder haltet, der ein frommer Sohn gewesen ist, ein treuer Die-ner der Republik, ein gewandter Gondelier, ein aufrichtiges Ge-müth, so werdet ihr euer blutiges Vorhaben ändern und nach Ge-rechtigkeit Verlangen tragen."

Ein allgemeines Murren.übertönte ihre Stimme, die schon sozitternd und leise war, daß man nur bei der größten Stille ihreWorte vernehmen konnte. Der Karmeliter war an ihre Seite ge-treten und bat durch ein Zeichen angelegentlich um Stille.

Höret sie, Männer der Lagunen?" sagteer,sie spricht heiligeWahrheit."