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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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welche er, sobald die Thür hinter ihm wieder verschlossen war,ans das Brettchen stellte, woraus des Gefangenen Brod undWasserkrug waren.

Jacopo empfing seinen Gast ruhig und mit der tiefen Ehr-furcht eines der Kirche ergebenen Mannes. Er stand auf, bekreuztesich, und ging ihm so weit zum Empfange entgegen, als die Kettencs erlaubten.

Sei mir willkommen, Vater," sprach er,ich sehe, daß dieRathsherren mich zwar von der Erde, aber doch aus dem Himmelnicht verdrängen wollen."

Das ginge über ihre Macht hinaus, mein Sohn. Der fürsie gestorben ist, hat auch für dich sein Blut vergossen, woferndu seine Gnade nicht von dir weisest. Aber der Himmel weiß,wie ungern ich so rede ein Sünder, wie du bist, Jacopo, kannan keine Hoffnung denken, ohne eine tiefe und herzliche Reue,"

Kann das irgend Jemand, Vater?"

Der Carmelitcr staunte, denn die Schärfe der Frage und derruhige Ton des Sprechers waren von gewaltiger Wirkung beieiner solchen Zusammenkunft.

Jacopo, du bist nicht, wofür ich dich hielt!" erwiederte er.Deine Seele ist nicht ganz verfinstert, und du mußt trotz deinerVerbrechen ein lebendiges Bewußtsein von deren Sündhaftigkeitin dir tragen."

Das ist, sürcht'ich, wahr, ehrwürdiger Mönch!"

Ihr Gewicht muß dir fühlbar sein in der Bitterkeit desSchmerzensin" Vater Anselmo hielt inne, denn ein Schluchzenließ sich hören, welches bewies, daß sie nicht allein waren. DerMönch trat überrascht ein wenig zur Seite, und die zitterndeGelsomina, welche durch die Gunst der Schließer mit hereingekom-mcn war, und fich hinter dem Gewände des Karmeliters versteckthatte, wurde sichtbar. Jacopo stöhnte, als er sic erblickte, undlehnte sich mit abgewendetem Gesichte gegen die Mauer.