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verdächtig zu wissen. Alles, was Aimina ihr vom Charakter DonCamillo's und seiner Befreundeten gesagt hatte, fiel der sanftenGclsomina nach und nach ein, und sie fühlte, wie ihr Blut zu denSchläfen stieg, als sie an die Auslegung dachte, welche ihr Gelieb-ter ihrem Betragen geben könnte. Zehnmal sagte das unschuldigeMädchen sich selbst zur Beruhigung: „er kennt mich ja, und wirddas Beste denken," und eben so oft drängte sic ihr Gefühl, ihmAlles zu erzählen. Ungewißheit ist in solchen Augenblicken weitpeinlicher als die Verthcidigung selbst, welche an sich eine demüthi-gcnde Pflicht für den Tugendhaften ist.
Unter dem Vorwände, daß sie frische Luft schöpfen wolle, ließsie ihre Cousine allein unter dem Zelte, und Annina bedauerte dießganz und gar nicht, denn cs that ihr noth, über alle die Windun-gen des krummen Weges, den sie eingcschlagen hatte, nachzudenken.
Gelsomina kam glücklich an dem Pavillon vorbei zur Seite desGondeliers.
„Carlo," sagte sic, da sie merkte, daß er stillschweigend weiterruderte.
„Gelsomina?"
„Du denkst doch nichts Arges von mir?"
„Ich kenne deine schändliche Cousine, und kann mir denken,daß sie dich zu ihrem Spielzeug macht. Ich werde schon seinerZeit die Wahrheit erfahren."
„Kanntestdu mich nicht, Carlo, als ich dich von der Brücke rief?"
„Nein. Jedes Geschäft war mir willkommen, um nur die Zeithinzubringen."
„Warum nennst du Annina schändlich?"
„Weil es in Venedig kein hinterlistigeres Herz und keine fal-schere Zunge gibt."
Gelsomina dachte an Donna Florinde's Warnung. Begünstigtdurch die Blutsverwandtschaft und das Vertrauen, welches der Un-erfahrene immer in die Redlichkeit seiner Freunde setzt, bis einmal