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konnten. Als der Tumult aushörte, beschießen sie ein Boot zu suchen,und in solcher Verkleidung, als Gelsomina hcrbeischaffenkönnte, nachseinem Palafte zu rudern. Jndcß überlegte Donna Florindc, daß dieserSchritt zu gefährlich sei, weil der Neapolitaner, wie bekannt, von dergeheimen Polizei beobachtet wurde. Der Zufall, der zur Bekämpfungverwickelter Verhältnisse oft wirksamer ist als die List, hatte sie aneinen Ort geführt, der für den Augenblick Sicherheit gewährte, unddiese vorthcilhafte Stellung hätten sic eingcbüßt, wenn sie sich ohnedie allergrößtste Vorsicht allen auf den öffentlichen Kanälen mög-lichen Gefahren prcisgegeben hätten.
Endlich fiel es der Gouvernante ein, die Dienste in Erwägungzu zieheu, welche ihnen das niedliche Mädchen leisten konnte, dasschon so viel Thcilnahme für ihr Schicksal bewiesen hatte. Währendder Geständnisse ihres Zöglings hatte Donna Florindc vermöge ihresweiblichen Takts die geheimen Triebfedern wohl bemerkt, welche dieGefühle der unerfahrenen Znhörerin in Bewegung setzten. Gelso-mina hatte mit athemloscr Bewunderung gehört, wie Don Camillosich in den Kanal geworfen, um Violctta's Leben zu retten. Alleihre Gedanken malten sich in ihren Zügen, als die junge Tiepolovon den Gefahren sprach, die er bestanden, um ihre Liebe zu ge-winnen. Weiblichkeit blickte aus jedem Zuge ihres sanften Gesichts,während die junge Braut das engere Band erwähnte, welches siejetzt vereinigt hielte, ein Band viel zu heilig, als daß die Politikdes Senats cs zerreißen dürfte.
„Wenn wir Mittel hätten, Don Camillo von unserer Lage zuunterrichten," sagte die Gouvernante, „so könnte Alles noch gutgehen. Sonst aber wird uns dieser so glücklich gefundene Zufluchts-ort nichts Helfen."
„Ist die Kühnheit des Cavaliers denn so gewaltig, daß er garnicht vor Denen droben zittert?" fragte Gelsomina.
„Er würde seine Getreuen aufbietcn, und che der Tag an-bricht, könnten wir außer dein Bereich ihrer Macht sein. Diese