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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
353
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Gelsomina, deine Cousine ist eine geheime Dienerin der Poli-zei und deines Vertrauens unwerth."

Signora!"

Ich spreche nicht ohne Grund. Glaube mir, sie läßt sich zuGeschäften brauchen, die sich für ihr Geschlecht nicht geziemen, undsic deines Vertrauens unwerth machen."

Edle Damen, ich will nichts reden, was bei eurem hohenStande und gegenwärtigem Mißgeschick übel angebracht wäre, aberihr solltet mich nicht nöthigen, so von meiner Mutter Nichte zudenken. Ihr seid unglücklich gewesen, und mögt Grund haben, mitder Republik unzufrieden zu sein, und hier seid ihr sicher aberich wünsche keinen Tadel über Annina zu hören."

Donna Florinde und ihr Zögling kannten die menschliche Naturhinlänglich, um diese edle Ungläubigkcit als ein günstiges Zeichenfür die Reinheit der Gesinnung in ihrer jungen Wirthin anzusehen,und begnügten sich mit dem Ersuchen, daß Annina auf keine Weisevon ihrer gegenwärtigen Lage Nachricht erhalte. Nach dieser Ver-ständigung besprachen sich die Drei mit mehr Muße über die Aussichtder Flüchtlinge, den Ort, sobald es Zeit wäre, unentdeckt zu verlassen.

Auf Antrieb der Gouvernante schickte Gelsomina einen Dienerdes Gefängnisses hinaus, um zu erfahren, wie es auf dem Platzestehe. Er erhielt besonders den Auftrag, er solle, ohne Verdacht zuerregen, nach einem Karmeliter vom Orden der Baarfüßermönchesuchen. Bald kam er mit der Nachricht zurück, daß der Pöbel ausdem Hofe des Palastes gewichen und zur Kathedrale gezogen seimit der Leiche des Fischers, der am vorigen Tage in der Regattaso unerwartet den Preis davongetragcn hatte.

Betet Eure Ave's ab, und geht zu Bett, schöne Gclsomina!"schloß der Untcr-Gefangcnwärtcr,denn die Fischer haben aufge-hört zu schreien, um nunmehr zu beten. ?oiDiunn! Die kahl-köpfigen und kahlbcinigcn Schufte sind so unverschämt, als ob St.Marco ihr Eigcnthum wäre! Die edlen Patricier sollten ihnen An-Der Bravo. Zg