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„Ihr habt gerade mit den blühenden Angelegenheiten zu thun,Signore; es gibt aber andere, mit denen cs nicht so gut steht.UnsereRcgierungsform ist ein wenig ausschließend, und für die Vor-theile, welche sie gewährt, haben wir auf der andern Seite denNachtheil, daß wir jähen und übelwollenden Anschuldigungen aus-gesetzt sind, sobald irgend ein Mißgeschick die Republik trifft."
„Kann denn Nichts diese gierigen Gemüther zufriedenstellendSind sic nicht frei — sind sie nicht glücklich?"
„Es scheint, daß sie dafür bessere Bürgschaft verlangen, alsunsere Absicht oder unsere Versicherung."
„Der Mensch ist ein neidisches, unzufriedenes Geschöpf. DieArmen wollen reich sein, die Schwachen stark."
„Es gibt aber wenigstens Eine Ausnahme von Eurer Regel,Signore, sintemal die Reichen selten arm, oder die Starken schwachzu sein wünschen."
„Ihr verspottet heut' meine Bemerkungen, Signor Gradenigo.Ich denke aber, daß ich spreche, wie cs einem Senator von Venedigzukommt, und wie Ihr zu hören gewohnt seid."
„Allerdings, die Sprache ist die übliche. Ich fürchte jedoch,in dem beschränkenden und eingcschnürten Geist unserer Gesetze istEtwas, das für einen finkenden Staat sich nicht gar gezieme. Istein Reich in seiner schönsten Blüthe, so übersehen die Unterthanenin ihrem besondern Glück die allgemeinen Mängel; ist aber einHandelsstaat erst in Abnahme, so bekritelt jeder Kaufmann die ge-ringste wie die höchste Staatsmaßregel."
„Das ist ihre Dankbarkeit! Haben wir nicht diese verschlamm-ten Inseln in einen Markt für die halbe Christenheit umgewandelt?nun aber find sie unzufrieden, daß sie nicht alle die Vorrechte behaltenkönnen, welche die Weisheit unsrer Voreltern sich zu verschaffen wußte."
„Sie beklagen sich nicht anders, als Ihr selber thnt, Signore,aber Ihr habt recht, daß man den gegenwärtigen Aufstand nichtvernachlässigen darf. Seine Hoheit soll hinaus zum Volk mit den-