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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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gehoben haben für die Galeeren, ihr Mißfallen erregte, in's Fege-feuer fahren lassen, ohne eine christliche Hoffnung für seine Seele."

Es gibt ein Auge, das über den Geringsten von uns wacht,mein Sohn, wir müssen glauben, daß seiner nicht vergessen ward."

Lospstlo! Es heißt, daß die Kirche Denen, welchen der Senatnicht grün ist, nicht viel bcisteht. Willst du für ihn beten, Kar-meliter, und dein Wort wahr machen?"

Das will ich," sagte Vater Anselmo mit Festigkeit.Mach'Platz, mein Sohn, daß keine Gebühr meines Amtes fehle."

Die gebräunten ausdrucksvollen Fischergestchter glänzten vorFreude, denn mitten im rohesten Tumult bewahrten sie ihre tief-eingewurzelte Ehrfurcht für die heiligen Verrichtungen der Kirche,in welcher sie erzogen waren. Bald war Alles still und die Bötezogen in größerer Ordnung als zuvor.

Es war ein auffallendes Schauspiel. Vorn fuhr die Gondel,welche die Ueberreste des Verstorbenen trug. Wo der Kanal, demHafen näher, sich erweitert, fielen die Strahlen des Mondes aufdie starren Züge des alten Antonio, in denen man das Todesgesühleines so plötzlich und schrecklich vernichteten Mannes recht wohlwahrnehmen konnte. Der Carmeliter, sein entblößtes Haupt ge-beugt, mit gefalteten Händen und frommem Herzen, stand zu denFüßen des Leichnams; sein weißes Kleid flatterte im Mondenlicht.Nur ein Gondelier führte das Boot, und kein Laut war hörbarals das Plätschern des Wassers, beim langsamen Fall der Ruder.Wenige Minuten dauerte dieß Schweigen der Procession. Dannhörte man die zitternde Stimme des Mönches die Gebete für denTodten anstimmen. Die Fischer, dessen kundig, wie denn seltenJemand in jener Kirche der Zucht, in jener Zeit des Gehorsams,unerfahren in den heiligen Gebräuchen war, nahmen die Response»aufm jener Sangweise, die Jeder kennt, der je italienische Tönegehört hat. Das Plätschern des Wassers begleitete sanft ihreStimmen. Die Fenster öffneten sich, wo sie vorübersuhren, und