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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Ha! so sind sie denn wach geworden für die Thaten deinesGewerbes? Deine Reue ist die Frucht der Furcht."

Jacopo schien zu ersticken. Trotz des Unterschiedes der Ständehatte er sichtlich auf die erwachte Theilnahmc seines Gefährten ge-rechnet, und sich nun wieder so znrückgewiesen zu sehen, beraubteihn seines ganzen Muthes. Er schauderte, und jede Muskel, jederNerv schien seine Kraft zu verlieren. Gerührt durch so unzwei-deutige Zeichen seines Leidens, blieb Don Camillo dicht an seinerSeite, zögernd, tiefer in die Gefühle eines Mannes von seiner be-kannten Heftigkeit zu dringen, und doch unfähig, ein so schmerzlichleidendes Mitgcschöpf zu verlassen.

Herr Herzog," sagte der Bravo mit einem Ausdruck, der indas Herz seines Zuhörers drang,verlassen Sie mich. Fragen sienach dem Geächteten, so mögen sic kommen: am Morgen sollen siemeinen Leichnam bei den Gräbern der Ketzer finden."

Sprich, ich will dich anhörcn."

Zweifelhaft blickte Jacopo ans.

Erleichtere dich von deiner Last; ich will zuhören, wenn dumir auch den Mord meines liebsten Freundes erzähltest."

Der niedergedrückte Bravo sah ihn an, als bezweifelte er nochimmer seine Aufrichtigkeit. Seine Gefichtszüge wechselten, und seinBlick ward noch sehnsüchtiger: doch als der Schein des Mondes aufDon Camillo's Antlitz fiel, und ihn den Ausdruck seiner Theilnahmcsehen ließ, brach Jacopo in Thräncn ans.

Jacopo, ich will dich anhören ich will dich anhören,armer Jacopo!" rief Don Camillo, erschüttert über den Anblick desSchmerzes eines Mannes von so kräftiger Natur.

Ein Wink des Bravo machte ihn schweigen, und Jacopo, nach-dem er einen Augenblick mit sich selbst gekämpft hatte, sprach endlich:

Sie retten eine Seele vom Verderben, Signor. Wennder Glückliche die Macht eines einzigen freundlichen Wortes kennte eines theilnehmenden Blickes, dem Verachteten geschenkt er