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„Du hast recht," sagte er, „so sind die Männer beschaffen,die über das Loos unseres Zöglings entscheiden wollen. Der heiligeMarcus verzeihe den Mißbrauch seines verehrten Namens und be-schütze sie mit der Kraft seines Gebetes!"
„Vater, sind wir würdig, mehr zu erfahren von dem, was dusähest?"
„Die Geheimnisse des Beichtstuhls sind heilig, mein Sohn;doch war dich eine Beichte, die Lebenden, und nicht die Todten,zu beschämen."
„Daran erkenne ich die droben wieder!" (Denn so bezeich-nen die Meisten den Rath der Drcimänncr.) „Jahre lang habensic mit meinen Rechten gespielt, um ihre eigennützigen Absichtenzu erreichen, ja, zu meiner Schande muß ich es gestehe», sie habenmich, um Gerechtigkeit zu erlangen, zu einer Unterthänigkeit ver-mocht, die eben so wenig mit meinen Gefühlen, als mit meinemCharakter übereinstimmt."
„Nicht doch, Camillo, du bist dieser Ungerechtigkeit gegen dichselbst nicht fähig!"
„Es ist eine schreckliche Regierung, Theuerste, und ihre Früchtesind gleich schädlich für den Herrscher und den Unterthan. Die größtealler Gefahren, der Fluch des Geheimnisses bei ihren Absichten,ihren Handlungen und ihrer Verantwortlichkeit lastet auf ihr."
„Du sprichst wahr, mein Sohn; es gibt keine andere Sicher-heit gegen Bedrückung und Unrecht in einem Staate, als die FurchtGottes oder die Furcht vor Menschen. Von der ersteren weißVenedig nichts, denn zu viele Seelen theilen die Schuld seinerSünden; und was die letztere anbetrifft, so sind seine Thaten Allenverborgen."
„Für Menschen, die unter Venedigs Gesetzen leben, ist daseine kühne Sprache," bemerkte Donna Florinde, furchtsam um sichblickend. „ Da wir in der Staatsverwaltung weder etwas ändern nochverbessern können, so sollten wir lieber ganz darüber schweigen."