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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Pfaden der Politik dieses Raths, in dem er abwechselnd so oft selbstgesessen, um nicht zu begreifen, daß er Gefahr liefe, sich ernstereBeschuldigungen zuzuziehen, wenn er zögere, dessen Gerechtigkeit an-zuerkenncn. Daher lehrte er seinen Zügen ein eben so verräthcri-schcs Lächeln, wie das seines listigen Gefährten, und antwortetemit scheinbarer Dankbarkeit:

Se. Hoheit und Sie, meine vortrefflichen Kollegen, habenvielmehr Ihre wohlwollenden Wünsche und Ihr gutes Herz, alsdie Pflicht eines armen Untcrthans von St. Marcus, in seinem Be-rufe zu arbeiten, so lange er Kraft und Verstand dazu besitzt, zuRathe gezogen. Die Behandlung eines eigensinnigen Weibcrherzensist kein leichtes Geschäft, und, indem ich für die gütige Berücksich-tigung meiner Bequemlichkeit danke, werden Sie zugleich erlauben,ineine Bereitwilligkeit auszudrückcn, die Verpflichtung wieder zuübernehmen, wenn es dem Staate gefallen sollte, selbige mir wiederzu übergeben."

Davon kann Niemand mehr überzeugt sein als wir, und Nie-mand Ihre Fähigkeit, sich der Verpflichtung treu zu entledigen,besser beurtheilcn. Doch, Signor, Sie beherzigen all' unsere Be-weggründe, und werden darin mit uns übercinstimmen, daß es so-wohl der Republik, als einem ihrer ruhmwürdigsteü Bürger nichtangemessen ist, eine Mündel der Erstcren in einer Stellung zu lassen,die Letzteren unverdientem Tadel aussctzt. Glauben Sie mir, wirhaben bei dieser Sache weniger an Venedig, als an die Ehre unddas Interesse des Hauses Gradenigo gedacht; denn, sollte dieserNeapolitaner unsere Absichten vereiteln, so würde man Ihnen dengrößeren Theil der Schuld davon aufbürden."

Tausend Dank, vortrefflicher Signor," erwiederte der abge-setzte Vormund. Sie haben mir eine schwere Last vom Herzengenommen, und mir etwas von der Frische und Federkraft der Ju-gend wiedergegeben. Die Ansprüche Don Camillo's find nun nicht