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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
187
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denn, wie ich hörte, so hat der junge Erbe Eures Haules einigeNeigung zur Verschwendung blicken lassen, nnd ich fürchtete, daßDinge Eure Ohren erreicht hätten, die einem Vater, der im Rathsitzt, nicht angenehm zu hören wären."

Die selbstsüchtigen Züge Signor Gradenigo's verwandelten sichaugenblicklich. Er blickte neugierig und mißtrauisch, doch verstohlen,in die Augen seiner beiden Gefährten, begierig, ihre geheimen Ge-danken zu ergründen, ehe er seine eigenen aussprach.

Gibt es irgend eine Klage gegen den Jüngling?" fragte erzögernd.Sie begreifen eines Vaters Interesse, und werden mirdie Wahrheit nicht verhehlen."

Sie wissen, Signor, daß die Agenten der Polizei thätig sind,und daß sic nur wenig erfahren, was nicht die Ohren des Natheserreicht. Doch, im schlimmsten Fall geht die Sache nicht aufLeben oder Tod. Es kann dem jungen Manne höchstens einenBesuch nach Dalmatien oder einen Sommeraufcnthalt am Fuß derAlpen kosten."

Die Jugend ist die Zeit der Unvernunft, wie Sie wissen,Signori," erwiederte der Vater, Dichter athmend,und da Nie-mand alt wird, ohne vorher jung gewesen zu sein, so habe ichwohl nicht nöthig, Ihre eigene Erinnerung an jugendliche Schwach-heiten zu wecken. Ich will doch hoffen, daß mein Sohn unfähigist, etwas gegen die Republik zu unternehmen?"

In dieser Hinsicht wird er nicht beargwöhnt." Ein leichterSchatten von Ironie flog bei diesen Worten über das Antlitz desalten Senators.Aber er soll sich zu dreist um die Person undden Reichthum Eurer Mündel bewerben; und daß dieß, da sie unterbesonderer Aufsicht von St. Marcus steht, nicht ohne Bewilligungdes Senats geschehen kann, muß ja einem seiner ältesten und ehr-würdigsten Mitglieder wohl bekannt sein."

So ist das Gesetz; und Niemand, der von mir abstammt,soll ihm seine Achtung versagen. Ich habe meine Ansprüche an