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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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wahr, diese Begierde der Fremden, unfern Privilegien zu nahe zutreten und wohl kann man sagen, Privilegien, die wir mit un-fern Schätzen und unserem Blute gewonnen wird täglich sicht-licher. Wird diesem Unwesen nicht gesteuert, so behält St. Marcuszuletzt nicht einmal einen Landungsplatz für eine Gondel aus demFestlande."

Der Sprung des Löwen ist sehr abgekürzt, Excellenz, sonstwär' es nicht so! Es steht nicht länger in unserer Macht, zu über-reden oder zu gebieten, wie ehemals; und unsere Kanäle fangen an,sich mit Schneckenkraut, anstatt mit wohl beladenen Silberschiffcnund schnellsegelndcn Felucken zu bedecken."

Der Portugiese hat uns unersetzlichen Schaden zugefügt,denn ohne seine afrikanischen Entdeckungen wär' uns der Handel mitindischen Produkten geblieben. Ich hasse dieß gemischte Geschlecht,halb Gothe und halb Maure, von ganzem Herzen."

Ich wage weder ihres Ursprungs, noch ihrer Thatcn zu ge-denken, damit nicht Vornrtheile Gefühle in mir erwecken, die einesMenschen und Christen unwürdig sind. Was gibt's, Signor,Gradenigo; so in Gedanken?"

Das dritte Mitglied des geheimen Raths, das seit dem Ver-schwinden des Angeklagten noch kein Wort gesprochen hatte, undniemand Anderes als des Lesers alter Bekannter dieses Namens war,erhob sich bei dieser Anrede langsam ans seiner nachdenkendcn Stellung.

Das Verhör dieses Fischers hat Bilder aus meiner Kindheitin meinem Gedächtnis hervorgernfen," antwortete der Gefragte miteiner Natürlichkeit, welche selten in diesem Zimmer Zutritt erhielt.

Ich hörte dich sagen, er sei dein Milchbruder," erwiederteder Andere, sich bemühend, das Gähnen zu verbergen.

Dieselbe Milch nährte, und dieselben Spiele erfreuten uns inden ersten Lebensjahren."

Diese eingebildeten Verwandtschaften beunruhigen uns oft sehr.Ich freue mich, daß Euer Mißmuth keinen andern Grund hat,