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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Natur ist stärker als das Gesetz, und ich würde ihre Gefühle nichtehren, wenn ich fortginge, ohne als Vater gesprochen zu haben.Sie haben mir mein Kind genommen, und es auf die Gefahr sei-nes Leibes und feiner Seele dem Dienste des Staates gewidmet,ohne mir nur einen Abschiedsknß, einen letzten Segen zu erlauben;Sie haben mein Fleisch und Blnt behandelt, wie das Holz des Ar-senals, und haben cs auf die See gesandt, gleich dem fühlloscnMetall der Kugeln, die Sie gegen die Ungläubigen werfen; mei-nen Bitten haben Sie Ihre Ohren verschlossen, als wären esWorte von Gottlosen gesprochen, und als ich sie anrief auf meinenKnieen und meine steifen Glieder ihnen huldigend ermüdete; als ichden, mir durch St. Antonius zugckommencn Ring znrückgab, da-mit er Ihre Herzen erweichen mochte, und ruhig mit Ihnen überIhre Handlungen rechtete, wandten Sie sich kalt non mir, alswär' ich unfähig zur Vertheidigung des Kindes, das Gott meinemAlter gelassen! Das ist nicht die gerühmte Gerechtigkeit vonSt. Marcus, Senatoren Venedigs; es ist Herzcnshärtigkcit undVerschwendung der Mittel der Armen, die selbst dem geldgierigstenHebräer vom Nialto schlecht anstchen würde."

Hast du noch mehr vorzubringen, Antonio?" fragte derRichter mit der hinterlistigen Absicht, des Fischers ganze Seeleaufzudccken.

Ist es nicht genug, Signor, daß ich meiner Jahre, meinerNrmuth, meiner Narben und meiner Liebe für das Kind erwähnt?Ich kenne Sie nicht; doch wenn auch verborgen hinter Gewändernund Masken, immer müssen Sie doch Menschen sein. Vielleichtbefindet sich unter Ihnen ein Vater, oder wohl auch Jemand, demeine noch heiligere Pflicht obliegt, die Sorge für das Kind einestobten Sohnes; zu ihm will ich sprechen. Vergebens redet Ihr vonGerechtigkeit, wenn die Last Eurer Macht aufDcn fällt, der sie amwenigsten zu tragen vermag; und wenn Ihr Euch auch selber täuscht,der geringste Gondclier des Kanals weiß ..."