175
leicht in den Maschen desselben, oder im Leibe irgend eines Fischeszu finden. Was ich mir so oft eingebildet, geschah endlich wirklich.Ich bin ein alter Mann, Signori, und es gibt nur wenig Teicheund Sandbänken zwischen Fufina und Giorgio, die meine Angelnnicht ausgemessen und meine Netze nicht bedeckt hätten. Der Ort,nach dem der Bucentauro bei diesen (Zeremonien segelt, ist mir garwohl bekannt, und ich trug Sorge, den Grund rund umher mitmeinen Netzen zu bedecken, in der Hoffnung, den Ring mit heraufzu ziehen. Als Seine Hoheit den Juwel hinabwarf, belegte ich miteiner Boye die Stelle — Signori, das ist Alles — mein Gehilfewar St. Antonio."
„Hattest du denn einen Beweggrund, dieß zu thun?"
„Heilige Mutter Gottes! War cs nicht genug, meinen Knabenaus den Griffen der Galeeren zurück zu erhalten?" rief Antoniomit einer Energie und Einfalt zugleich, wie beide oft in einem unddemselben Charakter sich vereinigen. „Ich dachte, wenn der Dogeund der Senat geneigt waren, Gemälde malen zu lassen und einemarmen Fischer so viel Ehre anzuthun für einen Ring, sie vielleichtauch gern einen Anderen durch die Freilassung eines Knaben, wel-cher der Republik so wenig Dienste leisten kann und seinem Vater-Alles ist, belohnen würden."
„Deine Bitte an Se. Hoheit, dein Kampf in der Regatta unddein Ausstichen des Ringes, Alles geschah für denselben Zweck?"
„Das Leben hat nur diesen einen für mich, Signor."
Eine leise, unterdrückte Bewegung unter dem Rathspersonal.
„Als deine Bitte von Sr. Hoheit abgewiesen ward, als zurungelegenen Zeit gethan —"
„Ach! Excellenz, wenn das Haupt ergraut ist und der Arm un-sicher wird, kann man die schicklichen Augenblicke für solche Dingenicht abwarten," fiel der Fischer mit etwas von dem glühenden Unge-stüm ein, der den Hauptzug des italienischen Charakters ausmacht.
„Als dir deine Bitte abgeschlagen ward, und du den Lohn