befindlichen Papiere mit Eile nnd Verlegenheit zu untersuchen.Blicke wurden den unbeweglichen, in das undurchdringliche Ge-heimniß ihrer Function gehüllten Richtern zugesandt. Ein ge-heimes Zeichen indeß veranlaßt die bewaffneten Diener bald,Antonio und seinen Gefährten aus dem Zimmer zu sichren.
.„Hier mangelt etwas am Bericht!" sagte eine strenge Stimmeaus der Zahl der Dreimänner, sobald die Fußtritte der Abgeführ-tcn verhallten. „Es ist nicht schicklich, daß die Inquisition vonSt. Marcus hiebei eine Unwissenheit offenbare."
„Es betrifft ja blos die Familie eines niedrigen Fischers,durchlauchtiger Signor," crwiederte der zitternde Diener; „viel-leicht sucht er uns beim Eingänge des Verhörs durch List zubetrügen."
„Duirrst," unterbrach ein Anderer der Dreimänner; „der Man»heißt Antonio Vecchio, nnd, wie er gesagt, sein einzig Kind fiel inder heißen Schlacht mit den Ottomanen. Der, von dem jetzt dieRede ist, ist sein Enkel, und noch ein Knabe."
„Der edle Signor hat recht!" crwiederte der Schreiber. „Inder Eil' haben wir ein Factum mißverstanden, welches die Weisheitdes Raths schnell berichtigt. St. Marcus ist glücklich, unter seinenstolzesten und ältesten Namen Senatoren zu haben, die sich so genaudes Interesses seiner geringsten Kinder annehmcn."
„Führt den Mann wieder herein," nahm der Richter das Wort,sich für das Compliment leicht verneigend. „Dergleichen Vorfällesind unvermeidlich im Drange der Geschäfte."
Die nöthigen Befehle wurden gegeben, und Antonio, mit sei-nem Gefährten stets zur Seite, trat zum zweiten Male ein.
„Dein Sohn starb im Dienste der Republik, Antonio?" fragteder Sekretär.
„So ist's, Signor. Die heilige Maria mag sich seiner er-barmen und mein Gebet erhören! So ein gutes Kind nnd ein sotapferer Mann wird wohl vieler Seelenmessen nicht bedürfen, sonst