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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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diesen Mann allein dem Fürsten von Venedig gegenüber, in derMitte eines weiten Kreises Erstaunter und Neugieriger.

Ich kenne dich nicht!" ries der Doge, mit deutlicher undaufrichtiger Verwunderung, nachdem er ihn einen Augenblick ernstangesehen hatte.Sorge, daß die Gründe deiner Verkleidungbesser seien als deine Gründe zur Ablehnung des Preises."

Signor Gradenigo trat näher zum Dogen und flüsterte ihmetwas in's Ohr. Darauf warf dieser einen Blick, worin Erstaunenund Abscheu sich seltsam mischten, ans das vielsagende Gesicht desBravo, und winkte ihm dann schweigend, sich zu entfernen. Derden Fürsten umstehende Kreis zog sich, wie instinktmäßig zu seinemSchutz bereit, enger zusammen und schloß den Raum vor ihm.

Wir wollen die Sache bei Muße näher erwägen," sagte derDoge,lasset die Festlichkeiten wieder anheben."

Jacopo verbeugte sich tief und ging. Während er über dasVerdeck des Bucentauren schritt, machten die Senatoren Platz, alszöge die Pest daher, obgleich ihre Gesichter zeigten, daß sehr ver-schiedene Empfindungen in ihnen wechselten. Der gemiedene, abernoch immer geduldete Bravo stieg in seine Gondel, und die ge-wöhnlichen Zeichen wurden der Menge unten gegeben, welche glaubte,die Prcisertheilung wäre erfolgt.

Lasset Don Camillo Monforte's Gondelier vertreten!" riesein Herold, dem Winke eines Oberen gehorsam.

Hier, Hoheit!" erwiederte Gino verlegen und eilfertig.

Du bist aus Calabrien?"

Ja, Hoheit."

Aber du mußt dich lange geübt haben auf unseren Kanälenin Venedig, sonst könntest du cs nicht unseren tüchtigsten Ruderernzuvorgethan haben. Du dienst einem adeligen Herrn?"

Ja, Hoheit."

Es scheint, daß der Herzog von St. Agata das Glück hat,in dir einen redlichen und wackeren Diener zu besitzen?"