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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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um nicht eine so laut geäußerte Verhöhnung derselben schmerzlichzu empfinden.

Er schaute sehnsüchtig umher, und schien in jedem Auge, demer begegnete, ein wenig von dem Mitleid zu suchen, danach nochsein gedemüthigtes, gedrücktes Herz begehrte. Aber selbst seineHandwerksgenossen ließen ihn Spottredcn hören, und obgleich ervielleicht der Einzige war von allen Bewerbern, dessen Ehrbegierein trefflicher Beweggrund rechtfertigte, so galt er doch Allen fürdie beste Zielscheibe ihres Witzes. Um diesen empörenden Zug immenschlichen Charakter zu deuten, dürfen wir nicht erst Venedigund seine Einrichtungen in's Auge fassen; denn cs ist bekannt, daßgerade der Unterworsenste der Hochmüthigste ist, und daß Niedrig-keit und Anmaßung gewöhnlich bei einander in einer Seele wohnen.

Die Bewegung der Böte brachte den maskirten Schiffer nebenden bespöttelten Alten.

Du bist nicht der Liebling der Menge bei diesem Kampfe,"bemerkte der Erstcre, als eine neue Flut von Spöttereien sich überseinen Nachbar ergoß.Du warst nicht sorgfältig genug in deinemAnzug. Denn diese Stadt liebt die Pracht, und wer ihren Beifallbegehrt, muß nicht auf den Kanälen so erscheinen mit den Spurender Armseligkeit in seinem Aeußeren."

O, ich kenne sie, ich kenne sie!" entgegnete der Fischer.Sieüberheben sich in ihrem Stolz, und denken schlecht von Jedem, derihre Eitelkeit nicht mitmachen kann. Aber, unbekannter Freund,ich habe ein Gesicht mitgebracht, das zwar alt sein mag und run-zelig, und verwittert wie das Gestein am Strande, aber das sichdoch vor keinem Auge zu verstecken braucht."

Daß ich eiue Maske trage, kann wohl Gründe haben, diedir fremd sind. Aber wenn auch mein Gesicht verhüllt ist, meineArme sind entblößt, und du siehst, daß meine Sehnen meinemUnternehmen einen glücklichen Erfolg verheißen. Du hättest dirdie Sache besser bedenken sollen, ehe du dich so vieler Kränkung