neben dem Leviathan. So wie mit jedem neuen Ruderschlag dieGaleere weiter vom Lande abtrieb, schien sich die belebte Kettehinter ihr durch irgend eine verborgene Kraft der Ausdehnung zuverlängern, und brach nicht eher ab, als bis der Buccntaur bei derdurch ihr Armenierkloster allberühmten Insel vorüberfuhr. Er be-wegte sich hier langsamer, um alle den tausend Gondeln Zeit zulassen, dast sie herankämen. Darauf zog die ganze Flotte. fast ineiner einzigen dicht geschlossenen Reihe, dem Landungsplätze des Lido zu.
Die Vermählung mit dem adriatischen Meere, die seltsame Be-zeichnung der nun erfolgenden Ccremonie, ist zu oft schon beschriebenworden, um hier einer ausführlichen Schilderung z-u bedürfen. Wirhaben es mehr mit Vorfällen zu thun, welche einzelne Personennäher und inniger angchcn, als mit der Darstellung öffentlicher Er-eignisse, und werden Alles übergehen, was mit dem Interesse unsererGeschichte nicht nothwendig zusammenhängt.
Der Bucentaur machte endlich Halt, ein Raum um ihn herwurde von allen Barken frei gemacht, und der Doge trat aus eineGalerie, die so hoch war, daß Jeder ihn sehen konnte. Er erhobeinen von Edelsteinen glänzenden Ring, und nachdem er die Trau-ungsworte gesprochen, senkte er diesen in den Schooß seiner einge-bildeten Gemahlin. Beifallsgeschrei erhob sich, Trompeten schmet-terten, und jede Dame wehte mit ihrem Schnupftuche, die freudigeVerbindung zu beglückwünschen. Mitten unter dem Lärmen, welchenbesonders der Kanonendonner vom Bord der Kreuzer im Kanal undvom Geschütze des Zeughauses vergrößerte, glitt ein einzelnes Bootin den unter der Galerie des Bucentaur gelassenen offenen Raum.Die leichte Gondel regierte ein geschickter und noch kräftiger Arm,obgleich das Haar des Ruderers spärlich und grau war. Einflehender Blick traf die srcudcglänzenden Gesichter im Gefolge desFürsten; darauf wandte sich das Auge aufmerksam dem Wasser zu.Eine kleine Fischerboje fiel aus dem Boote, das so schnell ver-schwand, daß unter dem Leben und Getümmel des Augenblicks
Der Bravo. g