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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Hand mit Blut gefärbt ist, was thut cs, ob die Schattirung einwenig dunkler ist oder nicht."

Dn hast recht," erwiederte der vorgebliche Rodcrigo, undholte tief Athem.Es thut nichts, ob Einer um vieler oder weni-ger Verbrechen willen vcrurtheilt wird."

Weißt du, Freund Roderigo, dieser Gedanke hat mich wenigerbedenklich gemacht in Hinsicht auf die Ladung, welche ich bei diesemunserem geheimen Handel führe. Du bist ja im Dienste des Sena-tes, werther Stefano, sage ich zu mir selber, darum ist keine Ur-sache, Umstände zu machen wegen der Art der Waare. Dieser Ja-copo hat ein Auge, einen Blick, die ihn verrathen würden, undsäße er auf St. Peters Stuhle. Aber nimm doch die Maske ab,Signor Roderigo, und laß dir die Seeluft das Gesicht kühlen,'s ist Zeit, daß dieses argwöhnische Wesen zwischen alten und ge-prüften Freunden ein Ende nehme."

Wenn mir cs nicht meine Verpflichtung gegen Die, welchemich schicken, verböte, wollte ich dir gern von Gesicht zu Gesichtgegenüber stehen, Meister Stefano."

Schön! trotz deiner Vorsicht, schlauer Herr, wollt' ich vonden Zechinen, die du mir bezahlen sollst, zehn Stück verwetten, daßich morgen früh unter die Haufen des Marcusplatzes gehen will,und dich öffentlich bei Rainen anrufen, unter Tausenden. Du kannstdich dreist dcmaskiren, denn ich sage dir, ich kenne dich so gut wiedie Latei-Segelstange meiner Felucke."

Um so weniger brauche ich die Maske abzunehmen. Es gibtfreilich gewisse Zeichen, an denen Leute, welche so oft mit einanderzu thun haben, sich wiedererkennen mögen."

Du hast eine schmucke Gesichtsbildung, Signore, und brauchstsie nicht zu verstecken. Ich habe dich wohl erkannt unter denHerumzüglern, und du hast dich unbemerkt geglaubt. Und ichwill dir so viel von dir selber erzählen, ohne dadurch einen Deutbei unserem Handel verdienen zu wollen, ein so schmucker Kerl wie