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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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der gottlose Jacopo, was fehlt dir, Mann? Der Anker, aufden du dich lehnst, ist doch nicht glühend."

Er ist aber auch nicht von Flaum. Nichts für ungut, daßeinem die Knochen können weh thun, wenn man sich auf dieß harteEisen lehnt."

Das Eisen ist von Elba ist in einem Vulkan geschmiedet.Der Jacopo ist ein Mensch, den sie in einer rechtschaffenen Stadtnicht sollten frei umhergehen lassen, und doch sieht man ihn so ge-lassen auf dem Platze spazieren, wie einen Edlen im Broglio."

Ich kenn' ihn nicht."

Daß du von der verwegensten Faust und dem sichersten Sti-lett in Venedig nichts weißt, ehrlicher Roderigo, gereicht dir zurEhre. Aber wir vom Hafen, wir kennen ihn gut, und wenn wirihn sehen, dann fallen uns unsere Sünden ein nnd die Bußen, diewir versäumt haben. Ich wundere mich sehr, daß die Inquisitorenihn nicht bei irgend einer öffentlichen Feierlichkeit dem Teufel über-liefern, zum Besten der kleineren Sünder."

Sind seine Verbrechen so erwiesen, daß sie ihn ohne Beweisverurtheilcn dürften?"

Frag' nur auf den Straßen. Es kommt keine Ehristenseelein Venedig unverhofft um's Leben, was doch, die Staats-Fieberabgerechnet, nicht selten geschieht, ohne daß die Leute einen Stoßvon seiner zuverlässigen Hand vermutheten. Signor Roderigo, EureKanäle sind bequeme Gräben für Plötzlich Gestorbene!"

Mich dünkt, du sprichst ungereimt. Erst sagst du von Spureneiner Erdolchung, und dann sagst du wieder, die Kanäle dienten da-zu, den ganzen Leichnam zu verbergen. Es wird dem Jacopo gewißunrecht gethan, und es ist vielleicht Alles bloße Verleumdung."

Man spricht wohl bei einem Priester von Verleumdung, denndas sind Christen, die ihren Namen rein halten müssen, zur Ehreder Kirche; aber von Unrecht gegen einen Bravo zu reden, istmehr, als die Zunge eines Advokaten durchsetzen kann. Wenn die