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der morgende Prachtzug kommt, und sein Herz zur Gerechtigkeit zubewegen suchen. Er ist ein Greis, wie ich, und hat auch geblutetfür das Vaterland, und was noch mehr ist, er ist Vater."
„Das ist auch Signor Gradenigo."
„Du zweifelst an des Dogen Mitgefühl? -—- Wie?"
„Du kannst cs ja versuchen. Der Doge von Venedig wird dasGesuch des geringsten Bürgers anhören. Ich denke," setzte Jacoposo leise als möglich hinzu, „er würde selbst mir Gehör geben."
„Zwar bin ich nicht im Stande, meine Bitte in geziemendenReden einem so großen Fürsten vorzustellen, aber er wird die Wahr-heit von einem gekränkten Mann hören. Sie nennen ihn den vomStaat Erwählten, nun, so sollte er auch mit Freuden der gerechtenSache ein Ohr leihen. Dieß ist ein hartes Bett, Jacopo," fuhrder Fischer fort, indem er sich auf das Fußgcstell der BildsäuleSt. Theodors setzte, „ich habe aber schon auf kälterer und eben soharter Lagerstätte gelegen, um geringerer Ursache willen, und treff-lich geschlafen."
Der Bravo stand noch einen Augenblick neben dem alten Mann,der seine Arme über der dem Seewind offenen Brust verschränkte,und sich anschickte, aus dem Platze Nachtruhe zu halten, wie dießunter Leuten seines Standes nicht ungebräuchlich war, als er aberbemerkte, daß Antonio ungestört zu sein wünschte, machte er sichauf und ließ den Fischer allein.
Die Nacht war ziemlich vorgerückt, und nur wenige Leutestreiften noch auf den beiden Plätzen umher; Jacopo schaute sichum, und bemerkend, wie spät es sei und daß der Platz fast men-schenleer war, ging er an den Rand des Quais. Hier lagen wiegewöhnlich die Böte der öffentlichen Gondolieri vor Anker, und überder ganzen Bucht herrschte eine tiefe Stille. Das Wasser wurdevon einem Windhauch, der seine Oberfläche kräuselte, kaum getrübt;kein Ruderschlag war hörbar unter dem Walde malerischer undalterthümlicher Mastbäume, welcher zwischen der Piazetta und Giu-