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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Sic ist glücklich, so tüchtige Lehrer zu besitzen, und die sobereitwillig find, ihr alles Wissenswerthe beizubriugcn," sagteViolctta.Demnach darf ich Signor Gradenigo bitten, meinemGesuche ein Ohr zu leihen?"

Deine kleinen Anliegen sind immer willkommen. Ich wolltenur noch bemerken, daß hochherzige und feurige Geister einem ent-fernten Gegenstand oft so eifrig nachjagen, daß sic andere übersehen,die näher liegen und dringender sind, und auch leichter zu erlangen.Indem wir dem Einen nützlich sein wollen, müssen wir uns vorsehen,nichtviclen AndernNachtheil znzufügen. Hat vielleicht einvcrwandtcreines deiner Hausleutc sich unachtsamerwcise anwerbcn lassen?"

Wenn das wäre, so hoffe ich, daß der Rekrut nicht so un-männlich sein wird, seine Fahnen zu verlassen."

Oder deine Amme, welche wenig dazu gemacht ist, den Dienst,welchen sie deiner Kindheit geleistet hat, zu vergessen, wünscht viel-leicht ein Acmtchcn für einen ihrer Verwandten beim Zollwesen?"

»Ich glaube, es gibt in ihrer ganzen Familie keinen Unange-stellten mehr," sagteVioletta lachend,wir müßten denn der gutenMutter selbst einen Ehrenposten geben wollen. Nein, meine Bittebetrifft sie heute nicht."

Oder deine Erzieherin, unter deren pflegender Hand du soschön und gesund hcrangewachscn bist, wünscht einen staatlichen An-zug ? Meiner Meinung nach aber thäte sie besser, zu bleiben wie sieist, wenn auch ein wenig träge, und wie ich fürchte, überfüttert durchdeine Freigebigkeit. Die vielen Bitten um Almosen haben auchwohl dein Taschengeld erschöpft; oder vielleicht hat dich eine wun-derliche Mode viel gekostet?"

Nichts von dem Alle». Des Goldes bedarf ich wenig, daeine standesmäßige Pracht in meinem Alter noch nicht unumgänglichuöthig ist. Nein, mein Vormund, ich komme mit einer viel wich-tigeren Bitte."

Sie betrifft doch nicht etwa Jemanden, dem du wohl willst,