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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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371
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der Poesie und bildenden Künste. 371

Herz intcressirct. Die größesten Disparatcn läßtdiese Dichtungsact zu: denn sie ist Poesie in Prose.

Man sagt zwar, daß in ihren besten Zeiten dieGriechen und Römer den Roman nicht gekannt ha-ben; dem scheint aber nicht also. Homers Ge-dichte selbst sind Romane in ihrer Art; Herodotschrieb seine Geschichte, so wahr sie scyn mag, alseinen Roman; als einen Roman hörten sie die Grie-chen. So schrieb Tenophon die Eyropadie unddas Gastmahl; so Plato mehrere seiner Gespräche;und was sind Lucians wunderbare Reisen? Wiejeder andern haben also auch der romantischen Ein-kleidung die Griechen Ziel und Maas gegeben. Daßmit'der Zeit ein Roman einen größeren Umfang,eine reichere Mannigfaltigkeit bekommen, ist natür-lich. Seitdem hat sich das Rad der Zeiten so oftumgewalzt und mit neuen Begebenheiten auch neueGestalten der Dinge zum Anschauen gebracht; wirsind mit so vielen Weltgegenden und Nationen be-kannt worden, von denen die Griechen nicht wußten;durch das Zusammentreffen der Völker haben sichihre Vorstellungen an einander so abgerieben, undüberhaupt ist uns der Menschen Thun und Lassenselbst so sehr zum Roman worden, daß wir ja dieGeschichte selbst beinah nicht anders als einen philo-sophischen Roman zu lesen wünschen. Wäre sie im-mer auch nur so lehrreich vorgetragcn, als Ficl-dings, Richardsons, Sterne's Ro-mane!

Viel denkende Dichter hat also England in Poe-sie und Prose hervorgebracht, und die Nation ist auf

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