der Poesie und bildenden Künste. 146.
Aus der Laube erscholl die Stimme:
Aber wer kennt sie alle, die Kräfte der heilsamenPflanzen,
Ost vergessene Kunde der sorgsam - forschenden Borzeit,Oder nach Säklen Erfindung der Dioskoriden der Nach-welt.
Und der Genius antwortete:
Wenn, von alten Systemen entfesselt, bescheidnerder Forscher-
Einst von Hirten auch lernt und ergrauenden Alpenbe-wohnern ;
Auch den Bergmann verschmähet er nicht und des Gern,
senjagers
Nicht stets fabelnde Kunst und angeerbces Geheimniß;
Siehe! dann werden Contoure der Anmuth, mit Far-
benvcrschwendung
Blumenfreunde nicht fesseln allein; der Genzianella
Tiefgesärtigtes Blau, der Lobelia flammende Röthe,
Noch der Purpur und Safran der strahlenden Poin-
ciäna,
Nicht der Aurikel Sammt und die Strahlen der
Ringelblume
(Wenn sie die goldenen Augen dem thauenden Morgen-rots, aufschleußrs
Fesseln allein nicht mehr der Flora sammlenden Günst-ling.
Lhätige Weisheit umstrahlt des menschenfreundlichen
Forschers
Wärmere Seele, zu nützen mit Muth dem Menschenge-schlechts.
HerdersWerkez. schön.Lrt.u.Kunst. VII. K