142 II. Ideen zur Geschichte und Kritik
Kennt sie, die heilenden Kräfte der aromatischen Staude,
Fern am Ganges geholt und vom Haupte der Cor-dt l l e r a s,
(Oft verkannt an Ufern der vaterländischen Bäche;)
Sichrer weiß der Wilde die schmerzenlindernde Wurzel
Und den geheimeren Srand der fieberheilende» Rinde.
Aber er kennet) sie auch, die tödtenden Gifte der Pflan-zen,
Kennt der Euphorbien Kraft Und der giftigen M a n-
cinella -
Die den geflügelten Pfeil Mit dem schnellsten Tode be-waffnet.
Friedlicher Hütten Bewohner! Die ländlichen Gär-ten umblühu auch
Lödtende Kräuter zuweilen, vermischt mit nährenden
Pflanzen.
Zwar es meidet das Vieh den Schierling, des
Equisetum
Und der Cicuta Berührung; es meidet die Wiesen-ranunkel,
Durch den eignen Instinkt vorm herben Tode gesichert.
Aber zu oft verkannte der harmlos spielende Knabe
Falbes Stramonium, dich, und die Beere derBel-
la - Donna ,
Der frühblühenden Daphne, der rankenden Dulta-
m a ra.
Tödtet sorgsam, ihr Hirten, die Pflanzen; des blauen
Napellus
Stauden tödter sie auch und der vielarmigen Wolfs-milch.
Eben so menschenfreundlich nannte die Stimme die
bekanntesten heilenden Kräuter: