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Religion und Theologie Theil 3 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 1
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210
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Christliche Reden

nur aus jenem: löst Leben auf und setzt Leben zu-sammen , daß eine verstärkte Flamme werte inder höchsten Höhe und in der twisten Tiefe ist Ab-grund der Schöpfung. Am meisten aber sehen wiralso Gott wirken, im edelsten, aber unbegreiflich-sten Reiche, dem Reiche des M en s ch e n g e s ch l e ch tsund seiner Vorsehung. Mit alle seinem edeln jWesen, mit seiner Gedanken- und Gottcssecle ^

woraus wird ein Mensch? und welch ein Unter-schied Unter den Menschen, und welch unbemerktesKleine macht den Unterschied? Und alle Erdverän-derungen , wie oft hangen sie von kleinen Umstän-den Eines Menschen ab? Und durch welche Zufällekann Gott dies unterscheidende Kleine Eines Men-schen, das die Welt verändert, befördern, wirken,unterhalten, anwenden? Es scheint Eine Kette vonNichts, von Kleinigkeiten, von Zufällen, und dieKette verändert das Loos ganzer Nationen!

Welche würdigere Begriffe von Gott,der alles Große so in der Tiefe des Nichts bereitet,als jener gegenseitige enge Gedankenkreis, der ihn,den Allerhabnen , mit der Spanne menschlicher Fas-sungskraft, menschlicher Sorgen und Geschäfte misset!Menschen müssen einfchränkeu, ausschließcn, über-und untereinander ordnen, sparen, um nur etwaszu thun: Go^t auf Einmal, in der mindesten, inkeiner Zeit, auf die stilleste, unvermerkteste Weise,thut Alles. Da sinkt ein stilles Saamenkorn in dieErde und findet seine Stelle, und soll zum Baumeunter weiten Himmeln wachsen: da regt sich eine

Kraft Gottes in der Natur, unbemerkt, stille;unter d e n Zufällen , mit d e n Vorbereitungen,