II. Vernunft und Sprache. 35 1
„Die tr a n s c e n d en ta le Methoden-lehre, soll also die Bestimmung der formalen Be-dingungen eines vollständigen Systems derreinen Vernunft enthalten, und in dieser Ab-sicht mit einer DiSciplin, einem Kanon, einerArchitektonik unv einer Geschichte dcr rei-nen Vernunft zu lhun haben *).
I. „Die Disciplin der reinen Bernunft."
Sic bedarf, wo weder empirische noch reine An-schauung sic in einem sichtbaren Geleise halten, näm-lich in ihrem trauocendentalen Gebrauch nach bloßenBegriffen, sosehr einer Disciplin, die ihrenHang zu Erweiterung über die engen Greiizenmöglicher Erfahrung bändige, und sie von Aus-schweifung und Jrrthum abhalte, daß auc^ dieganze Philosophie der reinen Vernunft blos mitdiesem negativen Nutzen zu thun hat. Wo,wie in dcr reinen Vernunft, ein ganzes Sy»stem v v'n Täuschungen und Blendwer-ken angetroffen wird, die unter sich wohlverbunden und unter gemeinschaftlichenPrincipien vereinigt sind: da scheint eineganz eigne und zwar negative Gesetzge-bung erforderlich zu seyn, welche unter dem Na-men einer Disciplin, aus dcr Natur der Ver-nunft und dcr Gegenstände ihres reinen Gebrauchsgleichsam ein System der Vorsicht und Sclbst-prüfung erreichte, vor welchem kein falscher ver-nünftelnder Schein bestehen kann, sondern sich sofort,
*) S. 786,