Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 14 (1820) Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
38
Einzelbild herunterladen
 

38

I. Verstand

Bacon. ,

Der Mensch, ein Diener der Natur und ihrAusleger, kann und verstehet nur so viel, als ervon der Ordnung der Natur durch Erfahrung oderdurch seine Gemüthskrafte bemerkt hat; mehr weißund kann er nicht."

Es ist kein kleiner Unterschied zwischen Idolendes menschlichen Geistes und Ideen des göttlichenVerstandes, d. i. zwischen leeren Satzungen und wah-ren Bezeichnungen der Dinge, wie wir sie finden "

Die gewöhnliche Vernunft anticipirt dieNatur; die wahre Vernunft legt sie aus."

V o r a u s se tz e n d e Dichtungen, (Antici-pationen der Natur) erwerben sich Beifall, weil,wenn die Menschen auf Einerlei Weise auch raselen,sie einander Beifall gaben."

Und wenn die Genien aller Zeiten zusam-mentraten und ihre Mühe verbanden: so würde keingroßer Fortschritt in den Wissenschaften bewirkt wer-den , sobald sie anticipirtcn: denn den Erund-irrthümern des menschlichen Geistes , die in den erstenWegen der Verdauung liegen, würde damit nichtabgcholfen."

Markt-Idole nenne ich, die aus Verknü-pfung der Worte und Namen sich dem Verständecinschlcichen; sie sind sehr beschwerlich. Zwar glau-ben die Menschen, daß ihre Vernunft den Wortengebiete; oft aber wirken die Worte auch gewalr-sam auf den Verstand zurück, wodurch dann Philo-sophie und Wissenschaften sophistisch und unthatig