neuen himmlischen Daseyn; nicht philosophische Auf-klärung, nicht alimählige gutgemeinte Besserung,nachdem und wiefern es nämlich uns aufzuklärenund uns zu bessern beliebt. Die letzte halte ichgerade für die schönste Schlafsucht, ja für jenenkalken Brand der Seele, da man sich mit den lieb-lichsten Opiumtraumen in Schlaftrunkenheit wie-get — Wollen Sie von der Natur, Kraft undNoth Wendigkeit dieses lebendigen Prin-cipiums, des Glaubens, auch auf eine sehrlebendige, bestimmte Weise geredet Horen, so lesenSie Luthers Schriften. Er zeigt's hundertmal undausführlich, wie wenig der Bettelsack von allmäh-ligcr Selbstbesscrung in sich halte; wie noch weni-ger er christlich sey und vor Gott gelte. Erselbst aber beklagte es schon, wie wenige zu seinerZeit den rechten Begriff von dem, was Er wahren,lcbendigmachenden Glauben nannte, faßten, undihn nach seinem Sinn praktisch zu machen wüßten.Unter unfern neuern Theologen habe ich insonderheitbei Erncsci öftere Rettungen und die achte Be-stimmung dieses alt-lutherischen Begriffs gegen dieneueren philosophischen Bekehrungssysteme, in denenalles so fein langsam und demonstrirt zugeht, ge-funden. So haben sich auch neulich einige würtem-bergische Theologen dieser Lehre angenommen undihren Begriff, wie mich dünkt, hell und praktischaus der Schrift erwiesen-
Die Lehre der Rechtfertigungist mit je-ner vom Glauben so nahe verwandt, daß einemit der andern stehen und fassen muß; auch beiihr, dem Eckstein des Lutherthums, halten Sie sich