das Studium der Theologie betr. 36r
sehr bestimmt und schätzbar; noch besser wär's,wenn der verdienstvolle Greis uns selbst mit einemLehrbuch beschenkte.*)
Ich habe bisher die biblische Theologie als dieeinzige und wahre gerühmet; Sie merken aber selbst,mein Freund, daß ich damit keine akroamati-sche Genauigkeit ausschlicße; dieselbe vielmehrauf's möglichste wünsche. Zusammengeraffte Wor-te der Bibel hcrbeten kann jeder Unwissende, undhinter solche Worte seinen eigenen Wahn verstecken,haben alle Schwärmer und Jrrgeister gekonnt; ichnannte also die Dogmalik mit Fleiß eine Philo-sophie, und möchte ihr die Geschichte derGlaubenslehren und ihres Vortrages,durch alle loaos und Jahrhunderte hindurch zurGefährtin mitgeben. Unglaublich ist's, wie durchdiese Geschichte jede Lehre gleichsam genetischheil und klar, ja auch die dürreste Terminologiedadurch belebt werde. Man stehet durchhin, wiejeder neue taririinrw, jede Classification und Anti-these entstanden sey? auf welcher Seite Recht undWahrheit gewesen ? ob man jetzt noch den Ausdruck,oder die Einthcilung nöthig habe? oder ob man sienicht, nach Lage der Zeit, mit etwas Besscrm ver-tauschen könne? Das letzte ist insonderheit für dieKatechetik und den Predigtvorlrag dienlich: dennwas sollen sich Kinder, was sollen sich Zuhörer
*) Da dies nicht geschehen ist: so wäre ein derglei-chen Buch von seinem Nachfolger M oruS viel-leicht noch erwünschter.