das Studium der Theologie betr. 35g
ist weggestreift; mancher frömmelnde Unsinn ist zurichtiger» biblischen Begriffen erhellet, andere Leh-ren sind besser geordnet worden, und überhauptwird der Lehrling zum literarischen Verstän-de der Bibel sorgfältiger angeführt, welches un-zweifelhaft und gewiß in seiner Art gut ist. Obman dabei nun abermals nicht etwas Anders ver-säume ? ob nicht manche Lehren überhaupt (auchohne darüber predigen zu wollen) zu trocken vor»getragen werden, so daß bei der an sich unentbehr-lichen Wortkritik oftmals die Sache selbst, ihre Be-schaffenheit, Wichtigkeit, Würde, Nutzen, Ge-brauch, Anwendung, kurz die Realität derDogmatik etwas hintangcsetzt werden? — Bei-nahe sollte man dies aus manchen Beispielen derJünglinge, die von Akademien kommen, vermu-then. Sie, mein Freund, vergessen gewiß Einsüber dem andern nicht. Treiben Sie nicht Worte,als ob keine Sachen dazu in der Welt vorhandenwaren. Handhaben Sie die Bibel nicht, als obdurch Ihre Kritik erst eine Bibel werden müßte;— dieser kritische Vorwitz schadet der Weisheit,Wahrheit und Nutzbarkeit Ihres ganzen dogmatisch-biblischen Studiums mehr als Sic denken. ESwäre übel, wenn durch Ihre Bemühung erst eineVtbel oder eine Dogmatik würde! und so mußes nicht vortheilhaft seyn, wenn Sie an IhremGlaubensbuch nichts als eine Fabrik dergleichenuuiaruin sancksrnioarurrr haben. Kommen Sienachher ins Amt, so sehen Sie, wie unbrauchbarIhnen dieser Grillengeist ist: steigen Sie weiter
in's Alterthum durch eigene Belesenheit und Ucbunghinauf, so finden Sie, wie manches lange schon