bas Studium der Theologie bctr. ZvA
bene Heilige wenigstens im Grabe zu ehren undihr Andenken unter uns zu erhalten.
So kam man neulich an die Grabstätte einersehr berühmten, der Sage nach sehr verdienten Per-son, der Wahrheit. Alle Merkmale gaben's, hierliege sie, und so grub man ihr mit großer Be-gierde, mit uncrmüdeteni kostbaren Fleiße nach. —-Man fand sie endlich. Keine .Inschrift, kein Denk-mal auf den Trümmern ihres zerfallenen Sarges,als die wenigen Worte, die man herausbrachte:
„zu meiner Zeit."
Ihr Leichnam war entstellt, verstümmelt, mit Un-rath bedeckt. Keine Würze, kein Balsam um ihnher, sondern Unraih, in den er zur Schmach ver-senkt war, und den vom heiligen, schonen Körperhinwegzubringen , Mühe machte. Siche, da fandsich endlich ihm unter dem Haupt eine eherne Ta-fel , mit der Inschrift:
Ich, die Wahrheit
Gottes Tochter, der Menschen Freundin,
Durch Satans List und Trug der Welt,
Durch Fleisches Weichlichkeit und Tyrannei,Durch Priestertragheit, der Welrklugen Bosheit,Des Witzes Leichtsinn, der Gelehrten NarrheitUnd Pöbels StarrigkeitLieg' ich erschlagen hier, mit Koth bedeckt.
Du Nachwelt, lebe wohl!
Nach hundert JahrenGeh' ich die Sonne wieder.