das Studium der Theologie betr. 2Z5
Studieren Sie also auch diese, wie die Schrif-ten des A. T. einzeln. Die Briefe der Apostel le-sen Sie als Briefe, vergessen Sic Kapitel, Ver-se, gewohnte Episteln, und lesen, wie wenn sieein Christ des ersten Jahrhunderts waren, und ei-nen Brief aus den Händen des Apostels selbst em°pfiengen. Die Briefe eines Apostels vergleichenSie mit einander, und suchen seine» Charakter.Paulus scheint mir der feurigste von Geist, Jaco-bus der strengste an Sittenlehre, Johannes derzarteste an Geist und Herz. Die Briefe aller drei-en würden manche höher schätzen, (so wie JesuSSirach, Kapitel des Buchs der Weisheit u. f.)Wenn sie leider! nur nicht in der Bibel ständen.
Paulus Briefe sind voll Schwung und oftsehr original im Gange der Gedanken; gewisseLieblingsbegriffe, in die er den E i n e n großenPlan Gottes durch Christum kleidet, kom-men in mehreren wieder, und Stellen aus ihnensind so schön, daß man ihnen zum Poem nur hatVerse geben dürfen, wie z. E. i. Cor. i3. dasPrior und andere versisicirt haben. Andere Stel-len verrathen einen so philosophischen Geist, daßsie Samenkörner großer Theorien geworden, wie i.Cor. 12 , i5. Er giebt hohe Gedanken vom Chri-stenthum und treffende Regeln der Moral. Daseine Perioden verschlungen und lang sind, thutman gut, wenn man sie in schweren Stellen zu-sammenziehet, die Parenthesen auslaßt oder mildert,und hie und da mit einem ebräischen Griechen auchcbraisch - griechisch construiret und bindet. Koppehat dies in einzelnen Fallen glücklich versuchet.