das Studium der Theologie betr. 29Z
ten, in der Sie lehren; denn cS kommt keinemeinzelnen Glieds zu, aus dem Kanon auszustoßenoder dahin aufzunehmen, was und in welchemMaas es ihm beliebet. Verketzern Sie keinen, derz. E. Zweifel gegen die Offenbarung, oder gegeneinige Briefe hatte; Luther selbst hatte sie Anfangs,obwohl nicht aus den treffendsten Gründen, undunsere symbolische Bücher haben hierüber, als übereine kirchlichhistorische Sache, kein Joch Kefchmiedet.Von der andern Seite aber hüten Sie sich nochmehr vor der luxuriantcn Freiheit, hierin ja an-ders , als andere, zu wahnen. Dogmatisches undMoralisches ist gewiß nichts in diesen Schriften,das dem Geist der andern widerspräche; die Zwei-fel gegen sie dünken mir so schwach, so wenigschließend — doch darin sage ich nur meine Mey-nung. Ich sehe cs übrigens nicht ungern, daßinsonderheit die Offenbarung Johannes nicht durch-hin, sondern nur in den ausgemacht Hellen undklaren Stellen öffentlich gelesen und dem Volk er-klärt werde. Es kommt, wenn Alles genommenwird, zu viel ungewaschenes Zeug Hervor, und dergemeine Mann wird oft mehr geirret, als belehret.Manchen schönen kanonischen Büchern gehet's so,daß, weil jeder in jede Stelle Alles hineinträgt,was ihm beliebet, man manchmal sie lieber un-kanonisch, d. i. zum Heiligthum stiller Privat-Erbauung wünschte, nicht daß sie, wie so mancheGleichnisse und Episteln, Jahrhunderte durch zur
platten, ausgetretenen Heerstraße würden-
Dem Reinen wird indeß Alles rein; dem Unreinenund Gemeinen ist Alles ärgerlich und unrein.