das Studium der Theologen betr. 287
Natcr dieses Jamben Hymnus, dessen erstenKlang ihm offenbar der 104. und einige anderePsalmen gegeben. Sein Lobgesang auf die GeburtChristi ist Ihnen gewiß bekannt, auch die Stellenim V 0 ung , die an den Hymnus grenzen. ImDeutschen weiß ich in dieser Manier nichts, das ichdem schönen kleistischcn Loblicde: Groß ist derHerr! vorzöge. So hier, als in andern Stellenseiner Gedichte hören wir den Schüler Gottes imHeiligthum der Natur, den Mann von gutemHerzen und immer richtigem Verstände. Michdünkt , er kommt unter allen neuern Dichternan bündigem Geschmack dem Opitz am nächsten;in dem Sie auch einige männliche Lobgesänge aufGegenstände der Religion finden werden. Ueberhauptsind diese Gegenstände mit der herzlichen, wahrenSprache, die ihnen gebührt, von unfern ältcrn Dich-tern mehr besungen, als von den neuern; lassenSie sich also nicht verdrießen, sich um die auchweniger bekannten Namen, Dach, Rist, Fran-ke, Sculkctus, Flemming u. a. zu bemü-hen ; Sie finden über moralische und geistlicheSachen, unter manchem Gemeinen, zuweilen sehrschöne Stellen, in einer schönen herzlichen Sprache.* *)
lit^. Donä. 1776.) die ein D. Williams her-ausgegeben, sind prosaisch und poetisch die bestenStücke gesammelt.
*) In der großen Anzahl derer, die die Psalmenvcrsisicirt, muß ich auch den ältesten Dichter derneuern Poesie, Weckhcrlin, nennen. SeineHerders Werke z> hiel. u. Theol. IX. R