Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
Entstehung
Seite
252
Einzelbild herunterladen
 

2Ü2

Briefe,

dadurch, dass Sache und Wahrheit in allem Glan-ze von Hoheit, in aller Majestät wichtiger Folgenerscheint, wird sie Poesie, oder gar Lobgesang derChöre. Fast giebt's keine wesentliche Lehre deSChristenthums, die hier nicht in allem Zauber herr-lichster Aussicht erscheine; und doch ist dieser Zau-ber abermals größte Einsalt, simpelste Wahrheit.So erscheinen die hohen Lehren der Aufersteh-ung, der Erhöhung Jesu, der Erlösungder Menschen durch sein Blut, ihrer Aufer-stehung, ihrer Herrlichkeit mit ihm, unddes stillen Christuölebcns, in dem sie ihm hier le-ben und seine Zukunft erwarten. Ein großer poe-tischer Commentar wäre zu schreiben, wenn mandie Bilder der Offenbarung mit den Bildern derPropheten, mit den Worten und Gleichnissen Chri-sti vergliche , und in beiden die hohen Lehren, diewie ewige Fixsterne des Christenthums dastehen undglanzen, zeigte. Sie stehen und werden dastehcnin ewigem Jugcndlichte.

Hierüber sind wir also Eins; und nun fragenSie mich, wie ich mit meiner Hypothese auszukom-men gedachte, wenn das Buch nach der Zerstö-rung Jerusalems geschrieben wäre? Mich dünkt,sehr wohl: das Gesicht nähme Züge einer ver-leb t e n B e g ebe n hei t, um die g ße re, de-ren Vorbild jene seyn sollte, dem Scher undLeser, zumal der ersten Zeit, desto fruchtba-rer, aber auch desto kenntlicher zu mahlen.Johannes sollte bleiben, bis Christus kam: er bliebso lange, und erlebte in den Schicksalen der unter-gchcndcn heilige» Stadt, so wie die schrecklichste