das Studium der Theologie betr. 247
Hier sollte sehn die MorgenweltDer Frömmigkeit Triumph und zärtlichstesExempel,
Der Aeltsts liest in manchem Land'
Nach schimmerndem Porphyre schauen,
Und aus demselbigen durch großer Künstler HandDer Mutter Mausolaum bauen,
Auf welches er den halben Schatz verwandt.
Der Mittelste bracht' aus JdumeDes Fleißes und der Flora Zucht,
Manch schön' und seltne Blume,
Mit feiner Wahl, zu ihrem Ruhme
Mit Seufzen abgepflückt, mit Lhranen ausgesucht.
Die alle ließ er erst zu großen Blumenbinde»Durch tugendhafte Schönen winden.
Dann hieng er sie betrübt und stummDem Grabmal um.
Der Jüngste trat hierauf aus einer nahen Halle,Das Haupt verhüllt, hervor, und trug in seinerHand
Ein Becken von KrystalleUnd einen scharfen Diamant.
„Was kann dein Selim dir, erhabner Schatte,geben?
„Dein Selim, der so wenig hat!
„Am liebsten gab' er dir sein Leben!
„Sein Leben, dein Geschenk, doch es gehört demStaat,
„Empfange denn sein Blut, das beste, was erhat."
So sprach er, öffnete mit SchmerzenSich eins Ader unterm Herzen,